Der Wunsch nach einem geordneten ausreichenden Feuerlöschwesen wurde nach dem Brand der Häuser Meggenhofen Nr. 19 und Nr. 20, dem fast auch Nr. 18 zum Opfer gefallen wäre, am 24. Februar 1876, nachgekommen. Man hatte bisher schon Löschgeräte, wie: Feuereimer und einige, allerdings unzureichende Handspritzen, aber keinen geregelten oder geübten Löschdienst.

Wie nun diese Mängel wieder so auffällig zutage traten, wurde energisch der Wunsch nach Anschaffung einer leistungsfähigen Fahrspritze laut, mit Erfolg. Am 17. April 1876 erfolgte der Gemeindebeschluss zum Ankauf einer fahrbaren Saugspritze mit 180 m Schläuchen um 1200 Gulden und zugleich wurden 14 Mann zum Löschdienst bestimmt. Obmann dieser Löschmannschaft war Georg Dämon, Wirt in Meggenhofen Nr. 9 (wörtlich aus dem Feuerwehrtagebuch). Diese Löschgruppe war der Vorläufer der Freiwilligen Feuerwehr Meggenhofen. Der Transport der Spritze erfolgte mit Pferden. Welcher Bauer seine Pferde einspannen musste, wurde durch eine Tafel „Spritzenbespannung“ geregelt. Der Gemeindediener wechselte diese monatlich.

Auf Betreiben von Gemeindevorstand Franz Leitner, Oberbauer in Hart erfolgte mit Gemeindebeschluss vom 28.10.1886 der Aufruf zum freiwilligen Beitritt in eine Feuerwehr. Es gab genügend Meldungen. Der Bürgermeister hielt am 30.11.1886 die konstituierende Versammlung ab, 30 Mitglieder waren anwesend. Zum Feuerwehrhauptmann wurde Peter Brandstätter, Wirt in Meggenhofen gewählt. Neben üblichen Vereinsfunktionen (Schriftführer, Kassier, Zeugwart, etc.) wurden damals auch Rottenführer für die Spritzenmannschaft, Schlauchmannschaft und Schantzmannschaft gewählt. Die Gründungsstatuten der FF Meggenhofen wurden am 2.6.1887 von der OÖ. Statthalterei genehmigt. Nach kaum zwei Monaten Austritt von Hauptmann, Schriftführer und Kassier (Handdruckspritze funktionierte bei Einsatz oder Übung durch vermutete Sabotage nicht, daher dieser Rücktritt.).

Es gab auch damals schon spektakuläre Einsätze. So rettete am 19.05.1889 Kamerad Jakob Zwickl unter Einsatz seines Lebens bei einem Brand des Anwesens Humer bei der Lacke den verunglückten Johann Brandlmaier aus Vornbuch vor dem Verbrennen.

1890 erfolgte die Bildung eines Bezirksverbandes der Feuerwehren Offenhausen, Meggenhofen, Gaspoltshofen und Pennewang. Erste Sitzung im März in Meggenhofen und festlicher 1. Bezirksfeuerwehrtag am 15.6.1890 auch in Meggenhofen. 1898 war das 50-jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef I. Acht Kameraden unserer Wehr fuhren nach Wien um mit den österreich-ungarischen Feuerwehren dem Kaiser ihre Huldigung zu erweisen.

Die Feuerwehr zu unterstützen war früher Ehrensache. Frau Theresia Doppler, Postmeisterin in Meggenhofen kaufte 1911 um 550 Kronen Paradehelme. Die Dame rauchte Pfeife und ging in jeden Bürgertag, für eine Frau war das damals besonders selten.

Die Feuerwehrgerätschaften waren bis 1922 in der Volksschule untergebracht. 1923 erhielt die Feuerwehr ein eigenes Zeughaus (heute das Haus Nr. 48 in Meggenhofen). 1960 übersiedelte die Feuerwehr in das Amtsgebäude der Gemeinde, wo nun eine entsprechend große Garage mit Nebenraum und Schlauchturm zur Verfügung stand. Dieser Raum wurde für heutige Verhältnisse und Ansprüche zu klein, die Feuerwehr hatte mittlerweile schon zwei Fahrzeuge, sodass 1994 bis 1996 ein neues Feuerwehrhaus mit drei Toren und entsprechenden Nebenräumen errichtet wurde.

Die alte Handdruckspritze war mittlerweile auch in die Jahre gekommen und entsprach in den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts schon nicht mehr den Anforderungen. Schlechte wirtschaftliche Zeiten zögerten den Ankauf einer Motorspritze aber immer wieder hinaus. 1931 schritt der Feuerwehr zur Selbsthilfe und kaufte aus selbst aufgebrachten Mitteln die erste Motorspritze von der Fa. Gugg in Braunau. Die Pumpe wurde am 27. November 1931 geliefert, noch am selben Tag ausprobiert und mit zwei Strahlrohren bei den Kirchturmuhren herausgespritzt.

Die moderne Technik hielt damit auch bei der Feuerwehr Meggenhofen Einzug. 1938 wurde das erste Feuerwehrauto, ein Steyr XVI angeschafft. Wie damals üblich, erfolgte der feuerwehrtechnische Aufbau durch die örtlichen Handwerker. Der alte Spritzenwagen wanderte zur Fa. Rosenbauer und von dort in das Oö. Feuerwehrmuseum in St. Florian bei Linz. Der Steyr-Wagen verrichtete seine Dienste bis 1951, als er von einem englischen Militärfahrzeug der Marke Dodge abgelöst wurde. Der feuerwehrtechnische Aufbau dieses Fahrzeuges wurde wieder in der eigenen Gemeinde hergestellt. 1955 wurde die Gugg-Spritze durch eine neue VW Tragkraftspritze von der Fa. Rosenbauer ersetzt. Diese Pumpe verrichtet noch heute ihre Dienste. 1974 erhielt die Feuerwehr ihren ersten Tankwagen TRUPP2000, nachdem der Dodge ausgeschieden wurde. Der Fahrzeugbestand wurde 1987 durch die Übergabe eines KRF-B (gebrauchter Ford Transit) vom Landesfeuerwehrkommando an die FF Meggenhofen erweitert. Seit der Fertigstellung der Innkreisautobahn am 29.10.1987 werden an die Männer der Feuerwehr vermehrt große Anforderungen besonders bei technischen Einsätzen gestellt. Als drittes Fahrzeug wurde schließlich 1995 ein LFB von der Feuerwehr Unterstetten übernommen. Die Umbauarbeiten am LFB führten unsere tüchtigen Kameraden selbst durch. Im Jahr 1998 wurde der Tankwagen TRUPP durch ein modernes Rüstlöschfahrzeug auf Steyr-Chassis (RLF-A) und im Jahr 2008 wurde der LFB durch ein neues zeitgemäßes Fahrzeug - Renault Master (heutiger RÜST) - ersetzt.

Von vielen tragischen Einsätzen und Hilfeleistungen erzählt unsere Chronik. Zwei besondere Jahre möchten wir hier stellvertretend anführen:

19.7.1976 - Tragischer Schicksalsschlag für die Sandbauernfamilie in Obergallspach. Einen Tag nach dem frühen und überraschenden Tode des Hausbesitzers brannte infolge eines Blitzschlages das gesamte Anwesen nieder. Der Vorfall war Anlass für die Herstellung eines Fernsehfilmes durch den Bairischen Rundfunk  unter dem Titel „Hat Gott versagt?“ Der Film wurde schon des öfteren im deutschen Sprachraum ausgestrahlt und wird besonders für Diskussionen über unfassbare menschliche Schicksalsschläge eingesetzt.

1982 gab es gleich drei Brände von Bauerngehöften in Meggenhofen. Am 16.3. brannte beim Wagnergut in Obergallspach infolge eines elektrischen Defektes das Wirtschaftsgebäude nieder; am 20.5. das Mairgut in Oberndorf durch einen Blitzschlag und am 8.9.durch Funkenflug das Kollmanngut in Niederbuch.

Seit der Gründung im Jahr 1876 hat sich das Bild der Feuerwehr wesentlich geändert. Aus der kleinen Gemeindefeuerwehr, die in erster Linie den Brandschutz zu gewährleisten hatte, ist eine durchorganisierte Hilfsmannschaft geworden, die heute vorwiegend mit modernstem Gerät technische Hilfeleistung stellt, getreu dem Motto unserer Gründer:

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

 

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